Bagua

Die Bewegungen im Baguazhang, kurz Bagua genannt, sind so weich wie im Tai Ji und zugleich so hart und kraftvoll wie im Xing Yi. Bagua ist dreidimensional und basiert auf spiral- und kugelförmigen Bewegungen. Tai Chi beschreibt einen Kreis, Xing Yi eine Gerade und Bagua eine Kugel. Die Wurzeln des Bagua stammen aus den daoistischen Klöstern des Wudanggebirges und sind schätzungsweise 4000 Jahre alt. Aus den Erkenntnissen der Mönche bei einer besonderen Form der Gehmeditation im Kreis um einen brennenden Ölleuchter, sollen die Bewegungen entstanden sein. Das Buch der Wandlungen, das I Ging, gilt als philosophische Grundlage. Das I Ging behandelt die Prinzipien des ewigen Wandels. So wandeln sich beim Kampf die Bewegungen, das Tempo und die Richtungen ständig ohne Unterbrechung . Baguazhang orientiert sich an den Gegebenheiten der Natur und den Bewegungen der 8 Tiere: Schwalbe, Adler, Bär, Affe, Drache, Schlange. Tiger und Pferd. Zu den Grundprinzipien des Bagua gehören die 5 Wandlungsphasen sowie die Zyklen von gegenseitigem Hervorbringen und Unterdrücken. Charakteristisch ist das ständige Gehen auf einer gedachten Kreislinie sowie die zahlreichen Dreh und Spiralbewegungen. Das von Meister Tian Liyang unterrichtete Bagua enthält Elemente des Xingyi und wird deshalb Xingyi Bagua genannt.

Xingyi

Xing Yi Quan, manchmal auch Hsing I genannt, ist der Name der vermutlich ältesten inneren chinesischen Kampfkunst und lässt sich ungefähr mit „Boxen des zielgerichteten Geistes oder Willens” übersetzen. Die Techniken des Xingyiquan sind explosiv, geradlinig und vom äußerlichen Ablauf her nicht sonderlich kompliziert. Obwohl die Ausführungen schnell und kraftvoll sind, muss der Übende jedoch entspannt bleiben und vermeiden, „grobe Muskelkraft“ zu verwenden. Deshalb ist es weitaus schwieriger, die Bewegungen zu beherrschen, als es auf den ersten Blick scheint. Hier liegt auch der „innere Aspekt“ dieser Kampfkunst verborgen.
Xing Yi Quan basiert auf den fünf Elementen, aus denen der gesamte Kosmos besteht: Metall, Wasser, Holz, Feuer, Erde. Jedem Element liegt eine spezielle Handtechnik oder Art zu schlagen zugrunde. Wir unterrichten traditionelles Xingyi Quan nach Meister Tian Liyang aus den Wudangbergen in China.  
  1. Metallelement : Die spaltende Faust „Pi Chuan” Die Grundrichtung der Bewegung verläuft von oben nach unten und entwickelt die innere Kraft des Nachuntendrückens. Das Training der spaltenden Faust kräftigt die Wirbelsäule, Arme und Hände und hat einen direkten gesundheitlichen Nutzen für die Lungen.
  2. Wasserelement : Die bohrende Faust „Tsuan Chuan” Diese dem Wasserelement zugeordneten Bewegungen verlaufen genau umgekehrt von unten nach oben. Hier lernt der Schüler sich zu bewegen wie Wasser: die Hände bewegen sich um den Gegner herum, so wie Wasser ein Hindernis umspült. Die Übungen der bohrenden Faust kräftigen die Nieren und vermehren die Lebensenergie.
  3. Holzelement : Die zerschmetternde Faust „Beng Chuan” Die Bewegungsrichtung der zerschmetternden Faust verläuft geradlinig nach vorne mit der inneren Haltung des Vorwärtsdrängens. Sie wird als die kraftvollste Angriffstechnik aller Kampfkünste angesehen. Das Holzelement hat einen direkten Bezug zur Leber, die durch das Üben dieser Technik gestärkt wird.
  4. Feuerelement : Die hämmernde Faust „Pao Chuan” Die Hauptkraft- und Bewegungsrichtung dieser Technik verläuft diagonal in alle Richtungen und hat einen explosiven, vorwärtsdrängenden Charakter. Die dem Feuerelement zugeschriebene Technik trainiert das explosive Freisetzen von Energie und stärkt vor allem das Herz.
  5. Erdelement : Die kreuzende Faust „Heng Chuan” Das ist die am schwierigsten zu lernende Technik, da sie die ersten vier Elemente kombiniert. Die dem Erdelement zugeschriebene Technik entwickelt und stärkt die Bauchorgane, v.a. die Milz.

Trainerteam

Rainer Schmäring

Dojo Leitung
Ausbildung in den traditionellen Kampfkünsten seit 1985 (Shaolin ...